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12.06.1995

Nürtinger Zeitung
12.06.1995
 
 
Berglauf-Meisterschaften in Beuren
   
DM-Finale am Hohenneuffen
 
 
Favoriten vorn
 
Greger sprintet den Berg hoch
 

Die Favoriten hatten die Nase vorn: Bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften in Beuren kam erwartungsgemäß Thomas Greger aus Ludwigshafen als erster über die Ziellinie. Der 10000-m-Spezialist verwies über die 9,3 Kilometer lange Strecke in 34:49 Minuten Uli Steidl von SSC Hanau-Rodenbach (34:52) sowie den Bamberger Josef Öhrig auf die weiteren Plätze. Den Wettbewerb der Frauen gewann Gudrun de Pay, die für den TSV Trochtelfingen startet, in guten 41:04 Minuten. Als weiterer Sieger durfte sich der TSV Beuren fühlen. Denn erstmals wurden die Meisterschaften, die für gewöhnlich in Bayern oder im Schwarzwald ausgetragen werden, auf die Schwäbische Alb vergeben. „Im letzten Jahr nahmen am Hohenneuffen-Berglauf nur noch 240 Volksläufer teil", so die enttäuschende Bilanz des stellvertretenden TSV-Abteilungsleiters Reimund Elbe. Gestern dagegen standen zusammen mit etwa 200 Läufern, die wegen der Deutschen Meisterschaften aus allen Winkeln der Republik angereist waren, fast 500 Teilnehmer am Start. Elbe verspricht sich davon eine Art „Sogwirkung für die nächsten Jahre". Die Strecke, die in Linsenhofen beginnt und direkt im Burghof der Ruine Hohenneuffen endet, hat einen Höhenunterschied von 440 Metern. Eingefleischte Berglauf-Fans sprechen deshalb zwar nur von „peanuts", da in der Regel 800 bis 1000 Meter überwunden werden. Doch der Hohenneuffen-Lauf hatte seine Tücken: „Es geht auf und ab. Die Rhythmuswechsel sind brutal", sagt Elbe. „Das sieht man daran, wie die Leute hier ins Ziel einlaufen. dpi

   

BEUREN (Isw) - Nach einem Sprintfinale hat der Ludwigshafener Thomas Greger am Sonntag in Beuren die 11. Deutschen Berglaufmeisterschaften am Hohenneuffen gewonnen. Der als Mitfavorit gestartete Greger setzte sich nach 9,3 Kilometern und 600 Höhenmetern in 34:49 Minuten vor Ulli Steidl (Hanau-Rodenbach) durch, dem Sieger der Junioren-World-Trophy 1992.
Auf einer schnellen, für die Berglaufspezialisten untypischen und daher ungewohnten Strecke dominierten die Bahn- und Straßenläufer. So überraschte Josef Öhrig (Bamberg) die Konkurrenz mit Rang drei vor Garsten Arridt (Hanau-Rodenbach) und den Spezialisten Philipp Kehl (Germaringen) und Heiko Schinkitz (SG Adelsberg).
Bei den Frauen setzte sich in Gudrun de Pay (Trochtelfingen/41:04 Minuten) eine nur regional bekannte Läuferin überraschend deutlich durch. Die 36 Jahre alte Mutter von drei Kindern lag bereits nach zwei Kilometern vor der fast komplett angetretenen Berglaufelite. Im Ziel hatte sie 30 Sekunden Vorsprung vor Johanna Baumgartner (München) und der Juniorensiegerin Sandra Riemann (Erfurt).
Die Mannschaftswertungen gingen bei den Männern überraschend an den SSC Hanau-Rodenbach und bei den Frauen zum vierten Mal in Folge an die LC Breisgau.

 
 


Das Ziel liegt im Nebel: Berglauf-Meisterschaft auf dem Hohenneuffen.                                                  Foto: Baumann