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Wer
sich quält, muss auch genießen können: Die
Finisher des 12. Hohenneuffen-Berglaufs nutzten am Sonntag
nach dem Zieleinlauf im Burghof bei strahlendem Sonnenschein
erst einmal den grandiosen Blick hinunter ins Tal.
Ein
schönes Bild: Läuferinnen und Läu-fer, die
noch ein paar Minuten vorher mit schmerzverzerrtem Gesicht
die letztenspäter locker am Burg-Geländer, nippten
am Teebecher, wischten sich den Schweiß von der Stirn,
schauten sich den Streckenverlauf noch einmal von oben an.
Die schnelle Regeneration - ein kleines Wunder? Eigentlich
nicht. Denn, wer beim Hohenneuffen-Berglauf mitmacht, hat
sich darauf in der Regel gut vorbereitet, weiß, auf
was er oder sie sich einlässt: 9,3 Kilome-ter sind
nach dem Start in Linsenhofen zu bewältigen, gespickt
mit giftigen Steigun-gen bis hinauf zur Burgruine. Die Fitness
der Läufer ist also gut - weder Rennarzt Al-bert Fabritius
noch das DRK mussten ein-greifen, was bei Temperaturen von
deutlich über 20 Grad durchaus keine Selbstverständlichkeit
war.
Während die meisten Teilnehmer noch dem heiß
ersehnten Ziel entgegenstrebten, gab's im Burghof schon
die ersten Shake-hands. Peter Maier (Adelberg) gratulierte
Kontrahent Frank Türk (SpVgg Mössingen). Türk
hatte den lange führenden Maier zwei Kilometer vor
dem Ziel abgefangen. Bis in den Burghof holte Türk
fast noch 18 Sekunden Vorsprung heraus. Maier nahm die relativ
knappe Niederlage mit Humor: "Ich war einmal Dritter
am Hohenneuffen, diesmal war ich Zweiter, da ist ja beim
nächsten Mal noch was drin."
Bergspezialist Frank Türk freute sich über seine
gelungene Taktik: "Ich wusste, dass es am Schluss erst
richtig steil wird, deshalb habe ich mich anfangs etwas
zurückgehalten. " Das Duo agierte an der Spitze
ungefährdet, der überraschend starke Mathias Mergl
(Wolfschlugen) holte sich vor dem Triathleten Bernhard Huber
(TSV Beuren) Platz drei.
Ungefährdet der Erfolg von Sylvia Frölich bei
den Frauen. Schon in der Anfangsphase in Balzholz hatte
die Läuferin der TG Nürtingen einen Vorsprung
von über 100 Metern, den die TG-Langstreckenläuferin
bis ins Ziel auf über zwei Minuten ausbaute.
Was am Sonntag beim Hohenneuffen-Berglauf auffiel: Der Lauf
wird immer mehr zum lokalen Event. Fast 200 der insgesamt
268 Starter stammen aus dem Altkreis Nür-tingen. Organisator
Ulrich Döbler (TSV Beuren): "Das sind fast doppelt
so viele regionale Starter als noch Anfang der neunziger
Jahre." Was allerdings auch auffiel: An der Spitze
fehlt eindeutig der Glanz früherer Jahre. Ein Vergleich
spricht Bände: Bei den Deutschen Meisterschaften 1995
am Hohenneuffen bewältigten fast 100 Läufer die
Strecke unter 40 Minuten, diesmal waren es ganze zwei. Eine
unbefriedigende sportliche Entwicklung.
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Der Berg
ruft - und knapp 270 Läufer und Läuferinnen machen
sich unten im Tal, vom Bahnhof Linsenhofen aus, auf, um ihn
bei traumhaftem Wetter zu bezwingen. Nur zwei Läufer
benötigten für die 9,3 Kilometer hinauf auf den
Hohenneuffen weniger als 40 Minuten. Foto: Jak |
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Frank
Türk heißt der Sieger des 12. Hohenneuffen-Berglaufs.
In Deutschland hat der Tailfinger einen eher geringen Be
kanntheitsgrad, in der Schweizer Lauf szene dagegen fast
Kultstatus. Grund: Türk hat bereits zwei Mal (1997,
1999) den "Swiss-Alpine", einen Berglauf-Klassiker
in Davos, gewonnen. Ein mörderi-sches Rennen, rund
70 Kilometer lang mit zigtausend Höhenmetern. Was viele
nicht wussten: Türk hat den Grundstein für seinen
ersten Erfolg mit Trainingsläufen in der Nürtinger
Ecke gelegt. Mitte der neunziger Jahre wohnte Türk
für zwei Jahre in Zizishausen. Türk: "Ich
kenne um Nürtingen herum fast jeden Feldweg."
Kultstatus in der deutschen Berglaufszene hat Wolfgang Münzel.
Neben zig anderen Bergläufen hat er dreimal den Hohenneuffen-Berglauf
gewonnen. Diesmal musste Münzel passen. Grund: ein
Sturz bei einem Stadtlauf in Hessen am Freitagabend. Trotzdem
schaute Münzel in Beuren vorbei, führte dabei
sogar lange das Feld an - diesmal allerdings

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im
Führungswagen an der Seite von Beurens Mitorgan- isator
Wolfgang Döbler (45).
Den Weg hinauf zum Hohenneuffen kennt einer am besten: Hohenneuffen-Pächter
Axel Vetter (43). Im vergangenen Jahr sorgte der Neuffener
mit ei nem unerwarteten Start beim Hohenneuffen-Berglauf
für eine echte Überraschung. Diesmal legte der
"Burgchef" noch eine Schippe drauf: Er verbesserte
sich um über zehn Minuten auf 1:03 Stunden. Jetzt hat
Vetter der Ehrgeiz gepackt: "Jetzt möchte ich
beim Hohenneuffen-Lauf die Stunden-Grenze unter- bieten."
Elf Jahre lagen zwischen dem ersten Sieg und dem zweiten
Erfolg von Sylvia Frölich am Hohenneuffen. 1989 siegte
Sylvia Frölich (damals noch unter dem Namen Braun)
bei der Berglauf-Premiere in Beuren. Was für eine Dauerbrennerin
die TG-Läuferin ist, zeigt auch die Tatsache, dass
der Männersieger des Jahres 1989, Daniel Bartsch, seine
Karriere längst beendet hat.
Etliche Läufer absolvierten am Wochenende ein schweißtreibendes
Doppel. Am Freitagabend den Nürtinger Stadtlauf, am
Sonntag dann den Hohenneuffen-Berglauf. Nicht nur der Gesamtvierte
Bernhard Huber tummelte sich bei beiden Läufen, sondern
auch unter anderem der Reuderner Dietmar Stephan, der Neckarhäuser
Claus Renzier, der Wendlinger Heinz Bulmer oder die Nürtinger
Peter Born und Thomas Mürle. Für diese und viele
andere Läufer offenbar die ideale Form zum "Einrollen"
für den Sonntag.
Beim Hohenneuffen-Berglauf sind im mer wieder mal Sportler
aus anderen Sportarten am Start. Tischtennisspieler (wie
Hartmut Frank vom TTC Fricken-hausen 1995), Rennfahrer Wolf
Henzler (1998) oder auch immer wieder Fußballer (wie
Hergert Briem, Ex-Spieler bei den Amateuren des VfB Stuttgart).
Diesmal traten die AH-Fußballer des TSV Beuren zum
Berglauf an - sieben an der Zahl. Und alle sieben Kicker
meistern den Kurs.
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