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14.05.2001

Nürtinger Zeitung
14.05.2001
 
  Leichtathletik: 13. Hohenneuffen-Berglauf  
 
Novum: Die Mutter siegt vor der Tochter
 
Kaiserwetter beim Klassiker - 256 Starter - Wagners dritter Streich
 

Bergläufer feiern die erfolgreiche Hohenneuffen-Ankunft auf ihre spezielle Weise. Seniorenläufer Xaver Schieting aus Dettin-gen bei Rottenburg schickte beispielsweise am Sonntagmorgen erst einen Gruß nach oben ("Gott sei Dank"), anschließend legte er den Kopf in den Nacken und reckte seine Arme gen stahlblauem Himmel. Der Gottesgruß war am vergangenen Sonntag bei der Zielankunft zwar eher selten, aber nicht wenigen Ankömmlingen war nach dem 9,3 Kilometer langen Härtetest trotzdem feierlich zu Mute.

Einige ballten vor Freude die Fäuste, andere quälten sich ein Lächeln von den Lippen, um bei Freunden und Bekannten, die unter den Zuschauern standen, einen guten Eindruck zu machen. Es wurde wieder mehr als deutlich: Ein Spaziergang ist der Hohenneuffen-Berglauf nicht. "Durch die vielen Tempowechsel ist der Lauf ganz schön tückisch", stellte schon einst Klaus Löffler fest, Anfang der neunziger Jahre der dominierende Lang- streckenläufer des Kreises Esslingen, "Flachpassagen wechseln mit steilen Anstiegen." Wer also den Hohen-neuffen-Lauf hinter sich bringt, der hat sich den prächtigen Ausblick nach dem Zieleinlauf wahrlich im Schweiße seines Angesichts verdient.
Am Sonntag war jene Aussicht sogar rekordverdächtig. "So einen Topblick und so ein Topwetter hatten wir in zwölf Jahren Hohenneuffen-Berglauf nicht", stellte Berglauf-Dauerorganisator Ulrich Döbler (42) vom TSV Beuren nach einem Blick vom Burggemäuer zufrieden fest. Auch die "Finisher" genossen den Tag, einige verweilten nach dem Rennen teilweise noch Stunden auf der Burg. Nach dem sportlichen folgte der gemütliche Teil.
Um 9.30 Uhr hatte der Run auf den Burghof noch etwas hektischer begonnen. Nach dem Startschuss von Beurens Bürgermeister Erich Hartmann schlängelte sich das Feld ungeduldig am Linsenhofener Hundedressurplatz, Balzholzer Rathaus und an der Beurener Skihütte vorbei hinauf ins Ziel. 256 Akteure hatten gemeldet, nur ein Läufer warf unterwegs das Handtuch. Temperaturen von deutlich über 20 Grad machten das Erklimmen der Burg nicht leichter.
Ein paar Minuten nach zehn sprintete der Sieger durch den Tunnel Richtung Burghof. Es war ein Altbekannter - und er wirkte noch frisch. Kein Wunder, Eckhard Wagner, der Deutsche Ex-Meister im Berglauf, musste sich bei seinem dritten Triumph am Hohenneuffen nicht verausgaben. Frühzeitig diktierte der Mössinger das Tempo, blieb mit 38.50 Minuten aber fast drei Minuten von seiner persönlichen Streckenbestzeit entfernt. Der "Streckenrekord für die Ewigkeit" (Organisator Werner Wurm), aufgestellt vom Ludwigshafener Thomas Greger bei den deutschen Meisterschaften vor sechs Jahren, blieb erwartungsgemäß unangetastet.
Aus lokaler Sicht überraschte Manfred Schütte (VfL Kirchheim) als Gesamtzweiter. Hohenneuffen-Dauergast Schütte strahlte entsprechend: "Beim ersten Beurener Berglauf 1989 war ich auch mal Gesamtzweiter. Ich bin sehr zufrieden." Der hoch motivierte Frickenhausener Starter Michael Gneiting war wohl etwas zu übermütig, übernahm anfangs sogar die Spitze,

 

überspannte dabei aber offenbar den Bogen und fiel noch auf Rang acht zurück. "Seitenstechen" habe ihn außerdem noch geplagt, erzählte der TSV-Ausdauermann im; Ziel geknickt. Schnellster aus der Nürtinger Ecke: Der dreifache Tälescup-Gewinner Mathias Mergl (TSV Wolfschlugen) als Fünfter.
Bei den Frauen zog es Gudrun de Pay (TSV Trochtel- fingen) an den Ort ihres größten sportlichen Erfolgs zurück. 1995 wurde sie just am Hohenneuffen Deutsche Berglauf- meisterin. Diesmal brachte sie Tochter Christiane mit. Ergebnis: Die Mutter gewann das Frauenrennen, vor der Tochter. Das gab's noch nie. Für Gudrun de Pay war es der fünfte Triumph am Hohenneuffen. Beste Läuferin aus der Nürtinger Ecke: Beate Hartmann-Elbe. Die Athletin des TB Neuffen wurde Gesamtdritte, außerdem wurde sie zum zweiten Mal nach 1995 Kreismeisterin.
Bei den Männern sicherte sich Manfred Schütte die Kreismeisterschaftsmedaille. Die Bezirkstitel-Wimpel gingen an die Gesamtsieger Eckhard Wagner und Gudrun de Pay.
Um 14.30 Uhr war der diesjährige Hohenneuffen-Berglauf Geschichte. Da verließ nämlich der letzte Läufer nach der Siegerehrung die Beurener Turn- undFesthalle.            don

 

Gleich ist's geschafft, der Burghof ist nicht mehr weit. 256 Teilnehmer nahmen den 9,3 Kilometer langen Härtetest vom Bahnhof in Linsenhofen hinauf auf den Hohenneuffen in Angriff bloß einer gab unterwegs auf. Im Bild blickt Dieterich Ebner vom RC Nürtingen dem Ziel entgegen. Foto: Jak