| |
Philosophenweg, Liftspur, Burghof: Laufkenner verbinden mit diesen Begriffen spontan nur eines: den Hohenneuffen-Berglauf. Am Sonntag feiert die 9,3 Kilometer lange Hatz auf die Burgruine 20. Geburtstag. Prominentester Gratulant: Dieter Baumann, der im Rahmen der Veranstaltung heute Abend in Beuren mit seinem Kabarett-Programm auftritt.
PETER EIDEMÜLLER
Beuren. „Es läuft - und Sie?" Mit diesem Programmtitel ist einer der bekanntesten deutschen Leichtathleten der vergangenen Jahre derzeit auf Kabarett-Tour. Heute abend gastiert Dieter Baumann, 5000-m-Olympiasieger von 1992, um 20 Uhr (Karten an der Abendkasse erhält-lich) im Rahmenprogramm des Hohenneuffen-Berglaufs in der Beurener Festhalle. Der 43-Jährige will mit seinem Kabarettprogramm just an der Stelle „Luscht aufs Laufen machen" (Baumann), wo morgen zwi-schen 16 und 18 Uhr und am Sonntag ab 7 Uhr die Startnummern für die weit über die Region hinaus bekannte Laufveranstaltung ausgege-ben werden.
Zum 20. Mal werden übermorgen (Start um 9.30 Uhr) also wieder hun-derte Teilnehmer vom Bahnhof in Linsenhofen aus die 9,3 Kilometer lange Strecke unter die Sohlen nehmen. „Wir erwarten zwischen 400 und 500 Läufer", sagt Frank Klass, Organisator aus Reihen des TSV Beuren, der allen Startern anlässlich des kleinen Jubiläums ein kleines Präsent versprechen kann: Im Burghof, wo nach 438 Höhenmetern der Zielstrich auf die Teilnehmerschar wartet, er-hält jeder Finisher einen Handtuchschal. Dass damit nicht nur der Schweiß der Anstrengung, sondern auch Regen abgewischt werden könnte, ist laut Wetterbericht nicht auszuschließen: Das Regenrisiko liegt am Sonntagmorgen bei rund 70 Prozent, soll bis in die Mittagszeit jedoch auf 20 Prozent sinken - ideale Laufbedingungen sehen anders aus.
Die Streckenrekorde dürften ohnehin nicht in Gefahr geraten. Die 34,39 Minuten bei den Männern (Thomas Greger/Ludwigshafen) und 41,04 Minuten bei den Frauen (Gudrun de Pay/Trochtelfingen) da-tieren aus dem Jahr 1995, als die deutschen Berglaufmeisterschaften der Aktiven auf dem Hohenneuffen stattfanden. „Da dürfte wohl auch dieses Jahr kaum einer rankommen", mutmaßt Frank Klass.
Nichtsdestotrotz darf auch heuer wieder mit Top-Leistungen und namhaften Läufern gerechnet werden. Vorjahressieger und Zweiter der Jahre 2006 und 2005, Roman Skalsky, taucht zwar noch nicht in der Meldeliste auf, aber Frank Klass kann sich durch- |
|
aus vorstellen, dass der tschechische Top-Läufer wieder kurzfristig am Start in Linsenhofen auftaucht - so wie im vergangenen Jahr: „Da hatte er sein Trainingsquartier im Tannheimer Tal bezogen und kam extra zum Lauf hierher", erinnert sich Klass. Einer von Skalskys ärgsten Rivalen aus den vergangenen Jahren lässt seine Teilnahme ebenfalls noch offen. Markus Brucks vom Sparda-Team Rechberghausen war bei den letzten vier Läufen stets aufs Podium gelaufen. „Er will es dieses Jahr angeblich etwas ruhiger angehen lassen", weiß Frank Klass, „aber vielleicht steht auch er am Sonntag wieder am Start."
Dort definitiv nicht auftauchen wird die Siegerin der Jahre 2007,2005, 2004 und 2003 bei den Frauen, Annette Bendig, die nach Zugehörigkeit zur TG Nürtingen und LSG Aalen inzwischen für das Neuffener Team Sport Schweizer startet. „Annette wohnt mittlerweile in der Schweiz und kann es leider zeitlich nicht einrichten", so Frank Klass,
Doch auch ohne Bendig besitzt der Lauf eine ordentliche Portion Lokalkolorit: Ein Blick auf die Meldeliste zeigt, dass etliche bekannte Namen aus der Teckregion sowie dem Metzinger und Reutlinger Raum die Burgruine erstürmen wollen. Daneben findet auch diese Jahr wieder ein Nordic-Walking-Wettbewerb und ein Schülerberglauf statt - den Zuschauern wird zwischen Linsenhofen und Hohenneuffen also einiges geboten. Zaungast zu sein, lohnt sich (neben dem Zielbereich auf der Burg) vor allem im Beurener Teilort Balzholz. Dort fällt um 9.45 Uhr nicht nur der Startschuss zum Schülerlauf, sondern findet am Ortsausgang auch die vor drei Jahren eingeführte Sprintwer-tung des Hauptlaufs statt - eine lohnende Sache, gibt es für den Schnells-ten doch immerhin 50 Euro zu ver-dienen. Voraussetzung: „Der- oder diejenige muss auch das Ziel erreichen", so Frank Klass, der es sich trotz Organisationsstress nicht nehmen lässt, selbst an den Start zu gehen. Seine Bestzeit aus dem Jahr 2005, als er Rang zwölf belegte, 41,10 Minuten. Damit wäre er im vergangenen Jahr sogar Dritter geworden.
Nachmelden möglich
Kurzentschlossene können sich am Sonntag noch bis 45 Minuten vor dem Start in der Turn- und Festhalle Beuren für den Hohenneuffen-Berglauf anmelden. Bis spätestens 9.10 Uhr können die Läufer im Startbereich am Linsenhofener Bahnhof Wechselkleidung abgeben, die dann auf die Burg gefahren werden. Ab 12 Uhr finden in der Beurener Festhalle die Siegerehungen sowie eine große Tombola statt.
|
|