14.06.2011 Teckbote
Nur der Streckenrekord wollte nicht fallen
Mehid Khelifi hat am Pfingstsonntag den 23. Hohenneuffen-Berglauf gewonnen. Bei heiterem Himmel und 20 Grad sorgte der Tunesier vor mehreren Hundert Zuschauern für das sportliche Sahnehäubchen.
VON REIMUND ELBE
Neuffen. Für seine Premiere am Hohenneuffen hatte sich der Nordafrikaner viel vorgenommen und noch am Vorabend die 9,3 Kilometer lange Strecke genau inspiziert. „Ich will den Streckenrekord“, so lautete das ehrgeizige und ambitionierte Ziel, welches sich Khelefi nach Betrachten des Parcours setzte. In der Tat legte der schnelle Tunesier tags drauf ein atemberaubendes Tempo vor. Schon nach zwei Kilometern, im Ortskern von Balzholz, verlor selbst der dreifache Hohenneuffen-Sieger Roman Skalsky (Tschechien) den Kontakt.
Doch auf dem letzten Kilometer vor dem Ziel war der Akku leer, im vorletzten Steilstück verlor er völlig den Rhythmus. „Der Hohenneuffen-Berglauf hat es durch die vielen Tempowechsel in sich“, konstatierte der entkräftete Tunesier nach dem Zieleinlauf. Mit 36,07 Minuten verfehlte er den „Rekord für die Ewigkeit“, wie es der frühere Berglauf-Organisator Ulrich Döbler einst formulierte, freilich klar. Die Bestmarke hält seit den deutschen Berglaufmeisterschaften 1995 Thomas Greger in 34,49 Minuten. Bester aus der Teckregion: Frank Schmid (Feuerwehr Ohmden) auf Platz 45. Nicht weit dahinter landeten Karl Fischer (Owen), Christof Ganzner (MTB Teck) und Joachim Baumann (TSV Oberlenningen) ebenfalls noch im ersten Fünftel des Feldes.
Bei den Frauen siegte Jutta Brod (TV Konstanz) souverän vor Kerstin Vogler (LG Leinfelden-Echterdingen) und sicherte sich ebenso wie der Gesamtzweite bei den Männern, Josef Beha, den baden-württembergischen Berglauftitel. Eine starke Vorstellung bot Susanne Niemeyer (VfL Kirchheim). Die 45-Jährige aus Owen finishte als Gesamtvierte bei den Frauen und wurde baden-württembergische Vizemeisterin.
Während auf der Burg viele Sportler und Betreuer bereits bei blauem Himmel den ungetrübten Blick von Hohenneuffen ins Land genossen, waren noch zig Läufer auf der Strecke und arbeiteten sich intensiv an den giftigen Steigungen ab. Eine besonders schwere Last trug dabei das Team „Getting Tough“, eine Gruppe von Kampf- und Kraftsportlern aus der Nürtinger, Kirchheimer, Esslinger und Göppinger Ecke: Sie liefen alle mit einem etwa sieben Kilo schweren Baumstamm auf den Schultern Richtung Ziel. „Wir waren erstmals dabei und es hat Spaß gemacht“, bilanzierte Dirk Zellmann aus Linsenhofen – einer der Stammträger – den viel beachteten Auftritt.
Während Zellman und Co. ihre Premiere hinlegten, setzte derweil das Duo Anton Palesch und Volker Eberhardt (beide TB Neuffen) ihre beeindruckende Serie fort: Sie haben nunmehr alle 23 Hohenneuffen-Bergläufe absolviert. Organisator Frank Klass vom TSV Beuren, der Club ist zusammen mit dem TSV Frickenhausen Veranstalter des Laufevents, schaute am Sonntagnachmittag jedenfalls zufrieden in die frisch gedruckte Ergebnisliste. Zwar war seine eigene Laufzeit von rund 47 Minuten nicht so recht nach seinem Geschmack („ich war schon fünf Minuten schneller“), doch Klass hatte trotzdem Grund zum Frohsinn: 484 Starter kamen ins Ziel, des Weiteren bewältigten 69 Kids den Schülerlauf. Klass strahlend: „Wir hatten rund 70 Teilnehmer mehr als im vergangenen Jahr und dazu ein tolles Wetter – was will man mehr?“.